Hochschule
Was ist gesellschaftlich relevante Wissenschaft? Plädoyer für den Abbau (gesellschafts)politischer Grenzen
1. Oktober 2007 – 8:30 | Autor: Tim Engartner | Typ: Meinungen
Jedes Wissenschaftssystem bekommt das, was es prämiert
1. August 2007 – 11:00 | Autor: Joachim Jachnow | Typ: Berichte
Politischer Dialog als gerontologische Vorlesung
1. Februar 2007 – 9:30 | Autor: Frank Berzbach | Typ: Meinungen
Deutschland einig Babyland – Eine utopische Reise zu einer unmöglichen Gesellschaft
2. Dezember 2006 – 10:45 | Autor: Christoph Scherber | Typ: Meinungen
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„Gesellschaftliche Relevanz“ soll das alleinige Kriterium für den neuen Promotionspreis der Körber-Stiftung sein. Er rückt an die Stelle des etablierten Deutschen Studienpreises. Auf einer Tagung in Hamburg wurde gefragt, was das überhaupt sei. Unser Redakteur Frank Berzbach gibt darauf ungefragt, also provokant Antwort.
Je länger und intensiver man sich ein Forschungsfeld erschlossen hat, desto weniger ist man bereit, von gewonnen Einsichten abzurücken. Gesellschaftlich relevant ist Wissenschaft aber nur dann, wenn sie (gesellschafts)politische Grenzen überschreitet, Meinungen Andersdenkender nicht nur respektiert, sondern fruchtbar macht, und Raum dafür schafft, dass Menschen auf der Grundlage neu gewonnener Erkenntnisse umdenken können.
Die Gesellschaft ist im Wandel – und mit ihr die Universität. Neben den jungen Bachelor- und Masterstudenten tummeln sich immer mehr Alte in den Seminarräumen, um mit dem lebenslangen Lernen Ernst zu machen. Doch die Hochschulen sind damit überfordert – und sollten reagieren.
Der Historiker Ulrich Sieg, Träger des deutschen Nachwuchshistorikerpreises, sprach mit sciencegarden über sein neues Buch über Paul de Lagarde, über die Reste Humboldtscher Ideale an der deutschen Universität und über tüchtige Studenten und junge Wissenschaftler, die sich auch unter absonderlichen Bedingungen behaupten.
Publikationszwang und Artikelflut sind zwei Seiten derselben Medaille: Unsinnige Vorgaben aus der Wirtschaft, zweifelhafte Qualitätskriterien und gestiegener Karrieredruck schaden dem hohen Ansehen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Eine Selbstbeschränkung tut Not.
Annette Schavan sprach in Bonn über „Ethik in Wissenschaft und Politik“ – ein wichtiges forschungspolitisches Thema. Aber was einen inzwischen bei solchen universitätsöffentlichen Veranstaltungen erwartet, ist schockierend …
Wie kann man Wissenschaft und Baby unter einen Hut bekommen? Und wie sähe eine Gesellschaft aus, die sich Kinderfreundlichkeit auf eben diesen Hut geschrieben hätte?
Jochen Hörisch analysiert in einem brillanten Essay die psychologische Tiefenstruktur der deutschen Unimisere. Seine Therapievorschläge sind verblüffend pragmatisch: Er rät zu intellektueller Geselligkeit – warum nicht bei einem Glas Portwein? Eine Rezension.
Glückwunsch! München, Karlsruhe und Süddeutschland sind die großen Gewinner der ersten Runde des Exzellenzwettbewerbs. Aber was passiert eigentlich mit dem Rest der Universitätsrepublik?
Der Markt diktiert die Gesetze, scheinbar überall. Auch an den Universitäten. Das Gespenst der Ökonomisierung geht um. Dabei hätten unsere Wissensschmieden nichts nötiger als betriebswirtschaftliches Denken.