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Dezember 2007

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15. Dezember 2007 | Joachim Jachnow | 12:16

Mindestlohn kostet keine Arbeitsplätze

5,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiteten 2006 für Bruttostundenlöhne unter 7,50 Euro, das sind 900 000 Menschen bzw. knapp 20 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Bei insgesamt 31,3 Millionen Beschäftigten entspricht das einem Anteil von 17,7 Prozent. Dass die Zahl der Niedriglohn-Beschäftigten weiter wächst, zeigen neue Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.
Dass allerdings ein Mindestlohn – wie oft behauptet – Arbeitsplätze kostet, ist der Studie nach nicht belegbar. Vielmehr zeigten internationale Erfahrungen, dass es auf die Einführungsphase ankomme und dass eine politisch fixierte Lohnuntergrenze auch mit Beschäftigungs- und Wirtschaftswachstum einhergehen könne.

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2. Dezember 2007 | Joachim Jachnow | 11:45

Afrikanische Biodiversität in Bonn

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn präsentiert seit dem 22.11.2007 die Sonderausstellung “Afrikas Reichtum – Biodiversität erforschen, nutzen und erhalten”. Interaktive Medien und zahlreiche Objekte lassen laut Veranstalter den Besucher den Wert der biologischen Vielfalt erkennen und verstehen. Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojekts BIOTA-Africa zeigten, “dass die Wissenschaft eine wichtige Grundlage ist, um gegenwärtig und in Zukunft Handlungsoptionen für den Erhalt der unentbehrlichen “Vielfalt des Lebens” zu entwickeln.”

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30. November 2007 | Joachim Jachnow | 00:12

Informationstag “Forschen in Europa” in Köln

Am 5. Dezember 2007 findet an der Universität zu Köln die Veranstaltung “Forschen in Europa” statt. Sie richtet sich an Nachwuchsforscher und Multiplikatoren aller Fachbereiche. Auf dem Informationstag werden Forschungs- und Förderorganisationen wie die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Deutsch-Israelische-Stiftung, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, das Human Frontier Science Program (HFSP), die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die VolkswagenStiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Stiftung der deutschen Wirtschaft sowie weitere ihre Angebote vorstellen. Die Teilnahme ist kostenlos. Zur Online-Anmeldung geht es hier.

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24. November 2007 | Joachim Jachnow | 13:26

Wahnsinn mit System

Ein besonders hanebüchenes Fallbeispiel, wie aus fachlicher Ignoranz und hochschulpolitischer Arroganz systematisch ganze Studienfächer kaputt gemacht werden, liefert Stefan Plaggenborg in der FAZ vom 20. November. Äußerst fragwürdige Ambitionen des Präsidenten und der Dilettantismus eines unfähigen Ministeriums hätten die bestens positionierten Osteuropafächer sowie das erfolgreiche Japanzentrum der Philipps-Universität zerstört, so der Historiker für osteuropäische Geschichte. Dem Kommentar einer russischen Doktorandin, sich “fatal an jene unheilvolle Verbindung von bürokratischer Willkür und egoistischen Einzelinteressen, die in meinem Heimatland nicht unwesentlich für die Zerstörung der akademischen Kultur verantwortlich waren,” erinnert zu fühlen, ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

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23. November 2007 | Joachim Jachnow | 09:42

Abrissreif

Die meisten Seminarräume, an die ich mich erinnere, atmeten nicht den Muff von tausend Jahren, allerdings den von wenigstens dreißig. Schon als Grundstudent lernte man, dass in diesem Land kein Geld mehr vorhanden ist, um seine Akademiker in menschenwürdigen Räumen unterzubringen. Verfallene Außenfassaden, bröckelnde sanitäre Anlagen und Assistenten, die sich ihr Büro zu zweit oder zu dritt teilen, sind nichts Außergewöhnliches.

Einst spiegelte sich das hohe gesellschaftliche Ansehen der Universität in ihren Bauten. Freiburg, Bonn, erst recht Berlin oder München zeugen heute noch durch ihre Schloss- bzw. schlossartigen Bauten von diesem längst vergangenen Geist. Lassen die heutigen Hochschulbauten und ihr erbarmungswürdiger Zustand umgekehrte Rückschlüsse zu? Dies steht zu befürchten.

Zugegebenermaßen geben sich nun seit der sogenannten “Exzellenz-Initiative” (in der Hoffnung auf ungekannte Geldsegen) einige Universitäten bauliche Mühen, auch ihr äußeres Erscheinungsbild aufzupolieren. Bislang sind das aber eher potemkinische Dörfer. Versammlungsräume für Studenten – an jeder britischen Universität eine Selbstverständlichkeit – gibt es in Deutschland nicht. Einen Salon für die Dozenten, in dem sie mal miteinander und nicht nur übereinander reden? Fehlanzeige. Der deutschen Universität fehlen Räume zur Kommunikation.

Daher ist es mehr als begrüßenswert, dass das Fraunhofer-Institut vom 27. – 28.11.2007 unter dem Titel Räume für Wissensarbeit – Zukunftsweisende Architektur für die Wissensgesellschaft in Dresden eine Konferenz ausrichtet, in deren Mittelpunkt solche und ähnliche Fragen stehen werden. Hoffentlich unter Teilnahme zahlreicher Rektoren, Hochschul- und Finanzpolitiker!

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7. November 2007 | Joachim Jachnow | 19:35

Das letzte Aufbegehren?

In Venezuela protestieren Zehntausende von Menschen gegen die Angriffe des Präsidenten Hugo Chávez Frías und dessen Anhänger auf die Pressefreiheit und die bürgerlichen Grundrechte: An vorderster Stelle die Studentenverbände, die sich gegen die sich immer autoritärer gebärende Regierung zur Wehr setzen wollen. Peu à peu wurde in den vergangenen Jahren die Autonomie ihrer Hochschulen beschnitten. Nun droht eine neue Verfassung die ganze Gesellschaft in ein enges Korsett zu fassen. Die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung, wie sie die jetzige Verfassung erfordert, wurde von Chavéz bewusst unterlassen. Eine demokratische Debatte um die Zukunft des Landes soll vermieden werden. Die “Reformen” der Verfassung lassen nicht nur die unbegrenzte Wiederwahl des Präsidenten zu, sondern statten ihn im Ausnahmezustand, den er selbst bestimmt, mit beinahe allumfassenden Vollmachten aus.

Chávez hat die Salamitaktik perfektioniert. Nach seinem 1992 gescheiterten Putsch hat er gelernt, wie er mit Zuckerbrot und Peitsche in dem trotz und gerade wegen seines Ölreichtums verarmten Landes sich satte Mehrheiten sichern kann. Demokratische Prinzipien werden scheibchenweise aber genau berechnend verletzt. Der Dummheit der Opposition, die letzte Wahl zu boykottieren, verdankt der Führer in den “Sozialismus des 21. Jahrunderts” ein widerspruchsloses Kopfnicker-Parlament. Auf der Straße sorgen nicht nur ideologisch militarisierte “Chavistas” für die Einschüchterung des politischen “imperialistischen Feindes”. Im Fernsehen überträgt nur noch ein Oppositionssender, dessen Schließung schon mehrfach von “bolivarischen Kreisen” gefordert wurde. Langsam aber sicher wird der Demokratie der Todesstoß gegeben.

Die Studierenden, die sich zur Verteidigung eines demokratischen, rechtsstaatlichen und pluralistischen Venezuelas in Caracas und woanders in den Straßen versammeln, werden vom Innenminister als “Faschisten” beschimpft, als “fünfte Kolonne der Imperialisten”. Solche Töne klingen vertraut, und sie lassen Böses ahnen. Im Zuge der Protestmärsche der vergangenen Tage wurden mehr als dreißig Studierende festgenommen, zwanzig verletzt, wenigstens zwei Todesopfer sind zu beklagen.

Wo bleibt eigentlich hier die internationale Solidarität, die viele leichtfertig Chávez entgegenbringen? Wie oft noch muss die “Bolivarische Revolution” ihr wahres Gesicht zeigen, damit auch der Letzte begreift, dass nicht Emanzipation, sondern Autoritarismus, nicht Solidarität, sondern Repression, nicht Demokratie, sondern Alleinherrschaft ihre Ziele sind?

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