Lärm kann krank machen. Das gilt nicht nur für die Ohren. Besonders Kopfarbeiter, die sich stark konzentrieren müssen, sind auf ein ruhiges Umfeld angewiesen. Leider stehen die Chancen dafür in unserer Wissensgesellschaft schlecht.
„Steig oder stirb“ ist ein Buch, das man entweder euphorisch weiterempfehlen „oder abgrundtief hassen kann“. Für seinen Autor, den Extremkletterer Mark Twight, gilt in Bergsteigerkreisen und weit darüber hinaus dasselbe. Hier eine Empfehlung für alle, die mit den extremsten Regungen der menschlichen Natur umgehen können – und eine Kurzzusammenfassung für den Rest.
Das „Land der aufgehenden Sonne“ bleibt für den westlichen Beobachter auch heute undurchdringlich. Das englischsprachige Sachbuch „Shutting out the Sun“ nimmt sich mit den Hikkikomori – jugendlichen Einsiedlern – einem hierzulande weitgehend unbekannten Phänomen an.
Selbstfindung per pedes ist groß in Mode. In seinem Buch „Wohin pilgern wir?“ erklärt Notker Wolf, warum der Weg nicht das Ziel ist, und erzählt von mittelalterlichen Reisenden, denen die Pilgerfahrt als Alibi für ihre Abenteuerreisen diente. Die bewundernswerte Kenntnistiefe des Autors, gepaart mit seinem herzlichen Humor, macht das Buch zu einem Lesevergnügen.
Kaum etwas prägt unsere moderne Gesellschaft so stark wie der Glaube, dass individuelle Leistung den Erfolg bestimmt. In seinem jetzt auf Deutsch erschienen Bestseller Überflieger dekonstruiert Malcolm Gladwell diesen Mythos, indem er außergewöhnliche Erfolge unter die Lupe nimmt.
Die wenigsten Betroffenen reden darüber. Und wer es doch tut, bittet um absolute Anonymität. Geht es um eine Sekte? Um etwas Peinliches? Nein. Nur um das ganz normale Scheitern im Lehramts-Referendariat.
Spätestens mit den jüngsten Hochschulreformen scheint "Zeit ist Geld" auch an den Universitäten oberste Devise zu sein. sciencegarden sprach mit der Erziehungswissenschaftlerin Sabine Schmidt-Lauff über ökonomische Machbarkeitsillusionen in der Bildung und die Chancen des freien Lernens nach Bologna.
Besonders für die Geisteswissenschaften ist diese Frage in Zeiten von Exzellenzoffensiven und grassierender Evaluitis von vitaler Bedeutung. Unter reißerischem Titel versammelt der Campus-Verlag namhafte Autoren – die jenseits von Qualitätsnormen und Akkreditierungsmechanistik Grundlegendes zu sagen wissen.
Seit der Bologna-Erklärung 1999 hat das Wort "Qualität" Konjunktur in der Lehre. Was es damit tatsächlich auf sich hat, erkundeten zwei Studierende der Universität Chemnitz an ihrem eigenen Lehrstuhl.
Die Motivation ist im Keller, alltägliche Verrichtungen fallen schwer, von den Großprojekten des Lebens ganz zu schweigen. Unter denen, die versprechen, uns ein für allemal aus der Lethargie zu ziehen, sind zahlreiche Extremsportler. Doch taugen die Erzählungen von tausend und einem Abenteuer gegen die Unlust von Otto Normalresignierer? Ein Testbericht aus dem Lesesessel.
Ingenieure werden überall gesucht und allem Anschein nach gut bezahlt. Da sich Neu-Studierende eigentlich nie um die Plätze an den technischen Fakultäten prügeln, sind sie offenbar zu dumm, ihre Chance zu erkennen und zu faul, das harte Studium auf sich zu nehmen. Oder steckt doch mehr hinter der Ing.-Schmähung deutscher Hochschüler?
Wissenschaft und Gefühl gelten allgemein als verschiedene Welten. Der Vortragsabend „Wissenschaft emotionalisieren?“ in Hannover zeigte, dass beide sich durchaus gegenseitig befruchten – und zwar seit Jahrtausenden. Fraglich bleibt dagegen das Produkt dieser unvermuteten Liebesbeziehung.
Von der Magie des Spiels lassen sich Erwachsene und Kinder gern verzaubern. Dabei schaffen wir uns eine künstliche Welt, in der nicht nur Kinder leicht und unbemerkt für’s Leben lernen. Der Lehrplan ist allerdings unberechenbar.
In aller Munde und doch schwer zu greifen: "Gesellschaftliche Relevanz" wird von der Wissenschaft oft gefordert, so auch beim Deutschen Studienpreis. Um des Rätsels Lösung zu finden, lud die Körberstiftung Alumni und Experten nach Hamburg ein – und erhielt neben Antworten vor allem neue Fragen.
Stephan Porombka ist Professor für Literatur und Kulturjournalismus am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim. Sciencegarden sprach mit ihm über die Illusion der Aufklärung durch Wissenschaftsjournalismus, den „information flow“ und PR-scheue deutsche Wissenschaftler.