Neueste Perversitäten der Sicherheitsfanatiker
Der anarchistische Ökonom und Soziologe Pierre-Joseph Proudhon schrieb vor mehr als 150 Jahren:
"Regiert sein, das heißt unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden."
Proudhon schrieb zur Zeit des repressiven Polizei- und Spitzelstaats, der hierzulande seit den Karlsbader Beschlüssen von Mainz und Frankfurt aus sein Unwesen trieb.
Die neuesten Perversitäten überwachungsstaatlicher Paranoiker konnte sich Proudhon damals allerdings nicht einmal in seinen Albträumen ausmalen. Nach Vorratsdatenspeicherung und biometrischem Pass sollen wir nach Wünschen der EU-Kommission sogar noch im wörtlichen Sinne zu gläsernen Bürgern werden. Sie plant die Einführung des "Nacktscanners" an europäischen Flughäfen, mit dem wir demnächst bis auf die Haut ausgeleuchtet werden sollen.
Es wird sich zeigen, ob sich in diesen verstörenden Zeiten, in denen lange sichergeglaubte ethische und moralische Mindeststandards fast täglich erodieren, unser Grundgesetz bereits völlige Makulatur ist. In seinem ersten Artikel heißt es immerhin noch: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."
